Kassow Robots
smart industries
03.02.20
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Mit 7-Achsen intelligent und kosteneffizient automatisieren

Dieter Pletscher von Kassow Robots im Gespräch mit dem Alexander Bürkle-Magazin.

„Strong – Fast – Simple“ – dieses Motto des dänischen Cobot-Herstellers Kassow Robots steht für eine ganz besonders intelligente und kosteneffiziente Lösung, wenn es um die Automatisierung mit Leichtbau-Robotern geht. Vertriebschef Dieter Pletscher stellt das dänische Start-Up vor – und beschreibt die Vorteile der schnellen und leicht zu bedienenden 7-Achsen-Kraftpakete gerade auch für den Mittelstand. 

Herr Pletscher, Sie sind in der Robotik-Branche kein Unbekannter und seit Anfang März 2018 als Sales Manager für Kassow Robots, unserem neuen Partner im Bereich „Robotic Solutions“ tätig. Was zeichnet das Unternehmen und Ihre Produkte aus?

"Das Besondere unserer Leichtbauroboter ist das „Paket“, das wir Industriekunden bieten.  Antrieb unseres Gründers Kristian Kassow bei der Entwicklung der Kassow Robots Produktfamilie war es ja, dass nicht nur größere und große Industrieunternehmen, sondern auch kleinere Mittelständler mit unseren 7-Achsen-Cobots mit großer Effizienz eine Vielzahl von Automatisierungsaufgaben lösen können. Und mit Effizienz meinen wir durchaus auch Kosteneffizienz!
Das Herzstück unserer industriellen Cobots, die neu entwickelten Gelenke, ermöglichen eine einzigartige Kombination aus viel Kraft, Geschwindigkeit, Reichweite und Traglast. In Kombination mit der Bedienerfreundlichkeit und dem einfachen Programmieren bieten wir also starke Automatisierungslösungen für jeden Industriekunden – unabhängig von der Betriebsgröße! "

Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Alexander Bürkle?

"Wir sind mit unserem Markteintritt auf der Automatica Messe vor zwei Jahren in München gestartet – dieses Jahr wird übrigens auch Alexander Bürkle auf unserem Stand präsent sein (16.-19. Juni 2020 in München). Nach den erfolgreichen ersten Schritten im Jahr 2018 bauten wir 2019 unser Vertriebsnetz auf über 20 Partner, vorwiegend in Europa, aus. Wir suchen Partner, die auch von der Unternehmenskultur zu uns passen: Teamwork, Offenheit, Anpacken und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sind für uns immer das A und O, wenn es darum geht, langfristig erfolgreich zusammen zu arbeiten!
All das passte perfekt – von den ersten Gesprächen, die ich mit Roman Bachofner hatte, bis hin zum Austausch mit Mitgliedern des Bereichs Robotik wie zum Beispiel Timo Becker. Und last but not least ist Alexander Bürkle eine ganz feine Adresse. Sie sind bestens in Industrieunternehmen innerhalb, wie auch außerhalb nur Region vernetzt und verfolgen konsequent den Ausbau des Automatisierungsbereichs! Wir wollen genau diesen Alexander Bürkle-Kunden helfen, noch effizienter zu automatisieren und von den Vorteilen unserer Produkte, nicht zuletzt auch der 7. Achse, zu profitieren."

Was hat es denn mit der 7. Achse auf sich? Warum ist das etwas Besonderes? 

"Die 7. Achse bietet den Unternehmen einen echten Mehrwert. Denn mit der 7. Achse haben wir einen zusätzlichen Freiheitsgrad hinzufügt. Sie sitzt beim Ellbogengelenk, mehr dazu im Video.
Ein 6-achsiger Roboter, von dem es ja durchaus einige im Markt gibt, kann den Ellbogen nur von oben nach unten bewegen, ist also im Einsatz limitiert. Die 7. Achse unseres Cobots ermöglicht hingegen auch seitliche Bewegungen. Dies ermöglicht es beispielsweise, um die Ecke zu greifen oder Bewegungen auch auf engstem Raum auszuführen. Der echte Mehrwert aber, das will ich unbedingt hervorheben, ist das Gesamtpaket: 7 Achsen und bis zu 225 Grad / Sekunde Geschwindigkeit und eine Reichweite bis zu 1,80 Meter und viel Traglast je nach Modell bis zu 10 Kilogramm – und das alles trotz Aluminium-Leichtbau! Und nicht vergessen werden darf das einfache Bedienen und Programmieren."

Manch kleinere Unternehmen schrecken vor dem Einsatz von Robotik zurück, haben zumindest anfangs Berührungsängste. Können Sie diese entkräften?

"Absolut! Zuerst einmal muss man sich bewusst werden, dass Roboter nicht gleich Roboter ist und es verschiedene Arten gibt. Es gibt bei Industrierobotern natürlich auch riesengroße Konstrukte, die aus Sicherheitsgründen so extrem fest verankert werden müssen, dass sie logischerweise dann nicht schnell umgestellt werden können und die zudem immer eine Umzäunung brauchen. Von diesen Anwendungen spreche ich aber nicht.

Zur Industrierobotik gehören seit rund zehn Jahren – unser Gründer Kristian Kassow war damals einer der Pioniere – auch Lösungen der Leichtgewichtrobotik für die Zusammenarbeit Mensch und Maschine, also so genannte Cobots. Die Chancen, die diese Cobots gerade auch für den Mittelstand bieten, sind hier wirklich enorm– nicht zuletzt auch, weil sie problemlos in der Fabrik umgestellt werden können und ohne tiefe Robotik-Kenntnisse auch von kleinen Mittelständlern zu programmieren sind." 

Warum bieten Ihre Cobots auch kleinen Mittelständlern ganz neue Optionen? 

" Zum einen die Einsatzgebiete, die Vielfalt ist enorm: Ein- und derselbe Cobot kann heute für die eine Aufgabe – zum Beispiel Zuschneiden oder Wiegen von Produkten – und morgen für eine andere  zum Beispiel – Verpacken von Produkten verwendet werden – und im Anschluss zum Etikettieren. Die 7. Achse hilft auch dabei, alles auf kleinstem Raum umzusetzen.
Und ein weiteres Plus: Der Mittelständler kann das Programmieren wie gesagt selbst erledigen, da dies mit einer iPad-Benutzeroberfläche und Drag-and-Drop-Prinzip wirklich einfach zu managen ist. Unsere Cobots sind ebenso stark genug bei körperlich schweren Aufgaben – zum Beispiel in der Metallindustrie – Mitarbeiter zu entlasten. Hier können Unternehmer und Unternehmen Ihre Kollegen, das höchste Gut nicht nur in Zeiten des Fachkräftemangels, von eintönigen oder gefährlichen bzw. den Körper belastenden Tätigkeiten schützen. Stattdessen macht es doch mehr Sinn das Können des Mitarbeiters bei anderen Aufgaben zu nutzen bzw. ihn oder sie hierfür weiterzubilden."

In der Branche hörte man, dass die durchschnittliche Amortisationszeit für Cobots teils bei nur 195 Tagen liegen kann. Ab wann rechnen sich Kassow Robots-Lösungen?

"Sie rechnen sich sehr schnell. Ich halte aber, um auf Ihre konkrete Zahl kurz einzugehen, generell nicht viel davon pauschal Amortisationszeiten in exakten Tagen zu berechnen. Letztendlich ist die Amortisation doch von Projekt zu Projekt unterschiedlich und stark abhängig von den Begebenheiten vor Ort beim Kunden.

Die Kassow Robots-Lösungen werden sich aber, wie gesagt, auch sehr schnell rechnen. Wir bewegen uns da mindestens in einem vergleichbaren Marktpreisniveau zu Unternehmen, die ähnliche Kundensegmente und Applikationen wie wir im Blick haben. „Mindestens“, weil wir ja mit der 7. Achse noch mehr bieten als andere. Denn die 7. Achse bietet mehr Flexibilität und ist in Kombination mit der großen Geschwindigkeit ein starkes Paket, das – bei guter Nutzung von Flexibilität und Mobilität – sich auch positiv auf den ROI auswirken kann. Genauso so spannend wie der ROI ist auch ein anderes Thema der Standortsicherung."

Worauf spielen Sie hier an? Wie können Ihre Cobots denn zur Standortsicherung beitragen?

"Gerade auch kleine Mittelständler mussten bisher manche Geschäftsfelder aufgeben, weil der Wettbewerb sich extrem verschärfte, die Produktion in Deutschland zu teuer wurde und ein Outsourcen zum Beispiel in den „fremden“ Rechtsraum Asien für sie zu riskant war und ist.
Cobots bieten da ganz neue Perspektiven: Denn für einfache, stupide Aufgaben, die dennoch ganz exakt gemacht werden müssen, gibt es eine attraktive kosteneffiziente Alternative. Solche Aufgaben können mit Cobots weiter vor Ort erldeigt werden, eben durch intelligente und kosteneffiziente Mensch-Roboter-Kollaboration. Das stärkt letztendlich den eigenen Standort!"

Am Schluss interessiert uns noch: Was sind die mittel- bis langfristigen Ziele von Kassow-Robots?

"Unser Ziel ist es, in einigen Jahren ein bedeutender Spieler auf dem Markt der Cobots zu sein. Wir wollen uns mit einem abgerundeten Portfolio von kraftvollen und einfach zu programmierenden kollaborierenden Robotern von einem Großteil der anderen Cobot-Anbieter unterscheiden. 
Auch sind uns intelligente Features wichtig: Im Herbst 2019 stellten wir einen Data-Ethernet-Anschluss vor, den nur wenige andere Hersteller standardmäßig an jedem Roboter verbauen. Dies erlaubt es unseren Kunden, beispielsweise Kameralösungen oder Modbus TCP intelligent direkt am End-of Arm-Tool mit dem Roboter zu verbinden. Das Kabel muss folglich nicht außen am Roboterarm geführt werden.

Produktionsmäßig starteten wir schon mit dem KR 810. Er hat eine Reichweite von 850 Millimetern und Traglast von bis zu 10 Kilogramm und mit der Produktion des KR 1205 mit der Reichweite von 1200 Millimetern und der Traglast von 5 Kilogramm. Der KR 1805 mit einer Reichweite von 1800 Millimetern bei einer Traglast von bis zu 5 Kilogramm – steht auch in den Startlöchern – und mehr möchte ich jetzt aber nicht verraten – lassen Sie sich überraschen, was wir 2020 noch vorhaben!"

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