Elektro LKW mit Solaranlage
Allgemein
08.07.20
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Ein neuer Weg zur Nachhaltigkeit: Alexander Bürkle testet den neuen Elektro-LKW mit integrierten PV-Modulen

LKWs bieten auf ihren Anhängern eine enorme ungenutzte Fläche. Das Fraunhofer Institut möchte unter der Leitung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE herausfinden, wie diese Fläche sinnvoll genutzt werden kann. Hierzu wurden PV-Module entwickelt, welche direkt am Fahrzeug Solarstrom erzeugen sollen. Im Projekt „Lade-PV“ wird die Marktfähigkeit für PV-Anwendungen im Lastenverkehr untersucht.

Erfahren Sie im Interview mit unserem Logistikleiter Herrn Stephan Möllinger, wie Alexander Bürkle Teil dieses Projekts wurde und welchen Beitrag wir als zukunftsorientiertes Unternehmen dazu leisten:

Wie kam es zur Teilnahme von Alexander Bürkle an diesem spannenden Projekt?

Das Fraunhofer Institut Freiburg ist mit dem Anliegen auf uns zugekommen einen Partner zu finden, welcher einen E-LKW in seinem Fuhrpark hat. Obwohl wir zu der Zeit keinen solchen LKW vorweisen konnten, wollten wir gerne Teil eines derart spannenden Projektes sein. Dank der Kooperationsbereitschaft vom Fraunhofer Institut konnte uns dieses einen E-LKW zur Verfügung stellen, wodurch wir Teil des Projektes werden konnten.

Welches Ziel verfolgt das Projekt?

Durch Daten und Erfahrungen, welche im Projekt gesammelt werden, soll ein Modul hergestellt werden, das industriefertigt entwickelt ist und sozusagen umgehend in den Vertrieb gehen kann. Im Fokus steht eindeutig das Modul, dass den LKW zusätzlich mit Energie versorgen soll.

Welchen Beitrag kann Alexander Bürkle zu diesem Projekt leisten?

Wir sind insgesamt sechs Konsortiumsmitglieder, darunter zwei Fraunhofer Institute, welche sich um die Forschung kümmern und vier Industrieunternehmen, unter anderem Alexander Bürkle.

Unsere Aufgabe im Projekt ist es, das Fahrzeug über einen Zeitraum von drei Jahren zu testen und somit Daten zu gewinnen. So soll herausgefunden werden, wie der Anspruch an die Module gewährleistet werden kann und auf welche Strapazen es vorbereitet werden muss. Daher muss der E-LKW unter verschieden Umständen getestet werden, beispielsweise auf Feldwegen oder bei Schnee und Glätte.

Im ersten Jahr wird der LKW ohne Modul bewegt. Er ist aber komplett mit Sensoren ausgestattet, jedes Verhalten wird aufgezeichnet, beispielweise wie viel Energie bei schnellerem Fahren verbraucht wird.

Im zweiten Jahr werden die Module auf das Dach des LKWs montiert und deren Reaktion auf die Sonneneinstrahlung gemessen. Im dritten und letzten Forschungsjahr werden die Module dann an den LKW angeschlossen.

Welche Fortschritte können wir dank dieses Projekts in Richtung Nachhaltigkeit machen?

Eine Herausforderung unserer Logistik ist, dass unsere Lieferung bei vielen Kunden vor 07:00 Uhr morgens sein muss. Dadurch werden die Anwohner einer hohen Lärmbelästigung am frühen Morgen ausgesetzt. Durch die Umstellung auf den E-LKW konnte in dem Punkt schon etwas verbessern. Ziel ist es natürlich, unseren Fuhrpark irgendwann auf die umweltbewussten Alternativen umzustellen. Dieses Projekt ist auf dem Weg dahin ein erster Schritt, bei dem wir Erfahrungen sammeln dürfen.

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Wie funktioniert der E-LKW?

Der E-LKW hat ein Automatik-Getriebe und deutlich weniger Bauteile als die aktuell gängigen LKWs. Er funktioniert mithilfe einer Batterie und einer Ladestation, jedoch wird dies in dem Projekt von den Solaranlagen auf dem Dach ergänzt, um einem großen Kritikpunkt bei E-LKWs entgegenzuwirken – der mangenden Reichweite. Diese soll durch die zusätzliche Stromerzeugung verlängert werden. Im Großen und Ganzen geht es jedoch um die gesamte Stromerzeugung, welche zusätzlich durch die Module gewonnen werden kann.

Was sind die Vor- und Nachteile bei dem Projekt?

Der große Vorteil ist die Energiegewinnung auf regenerative Art und Weise. Ein Nachteil ist tatsächlich die Schwierigkeit alle Voraussetzungen für den TÜV weiterhin erfüllen zu können. Dabei geht es um essenzielle Themen wie die Sicherheit bei Unfällen und Fragen, wie z.B. ob die Module bei einem Unfall splittern könnten.

Welche Veränderungen haben sich bei der Umstellung auf den E-LKW für den Fahrer ergeben?

Für unseren Fahrer Herrn Splitt, der aktuell mit dem E-LKW fährt, hat sich einiges verändert. Er fährt jetzt eine Stadttour, welche morgens startet und gegen Mittag nochmal zum Beladen zurückkehrt, um dann eine weitere Ausfahrt zu erledigen. Wir haben diese Tour gewählt, weil wir dadurch die Möglichkeit haben, während des Beladens des LKWs auch dessen Batterie aufzutanken. Laut Herrn Splitt fährt sich der LKW sehr gut, ist immens leise und hat einen sehr guten Beschleunigungswert.

Gibt es schon erste Erkenntnisse, die wir erfahren dürfen?

Dafür ist es aktuell noch zu früh. Wir haben den E-LKW seit Ende Januar und zum Start lediglich für Sonderfahrten eingesetzt. Seit 4 Wochen nutzen wir den E-LKW wirklich täglich im Standardverkehr. Das Fraunhofer Institut zieht sich auch täglich die durch die Sensoren gewonnen Daten. Im Oktober ist ein Treffen geplant, bei dem wir sicherlich erste Erkenntnisse erfahren und austauschen dürfen.

Wir danken allen Mitwirkenden, sowie unseren Mitarbeitern Herrn Winterhalter und Herrn Schuler für die Organisation und Herrn Schmidt und Herrn Komann für das Anschaffen der Ladesäule.

Zu diesem spannenden Projekt halten wir Sie auch weiterhin auf dem Laufenden.

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