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Allgemein
14.05.20
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100 Jahre VDE-Zeichen

In diesem Jahr feiert auch das VDE-Zeichen seinen großen, runden Geburtstag. Es steht für Sicherheit sowie Verbraucherschutz und ist auch den meisten Endkunden ein Begriff.

Elektrische Zahnbürsten und Rasenmäher, Mixer und Herde, Multimediaprodukte – 200.000 Produkttypen mit Millionen Modellvarianten tragen weltweit das VDE-Zeichen. Es ist nicht nur Fachleuten bei den Herstellern bekannt, sondern auch rund zwei Dritteln der Verbraucher. Das Prüfzeichen feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag, steht für ein Höchstmaß an Sicherheit und ist Teil von „Made in Germany“. Der VDE hob das Zeichen 1920 aus der Taufe. Im Jahr 1934 trugen bereits fast 4.000 Produkte das VDE-Zeichen. Heute lobt der Verband, dass das Sicherheitsniveau elektronischer Produkte und Anlagen in Deutschland weltweit am höchsten sei.

Die Prüfungen des VDE-Instituts sind hart. „Viele der von den Herstellern bei uns eingereichten Produkte bestehen die Eingangstests unserer Prüfingenieure nicht“, berichtet Ansgar Hinz, CEO des VDE und Geschäftsführer des VDE-Instituts. Diese Produkte müssen entsprechend nachgebessert werden, ehe sie das VDE-Zeichen führen dürfen. Viele Hersteller lassen nicht erst das fertige Produkt testen, sondern arbeiten mittlerweile bereits während der Entwicklungsphase mit den VDE-Experten zusammen, um später das VDE-Zeichen zu erhalten. Vor allem in China steige die Nachfrage nach dem VDE-Sicherheitszeichen, sagt der VDE.

 

Viele Billigprodukte weisen Mängel auf

Ein Waffeleisen für 10 Euro, eine Bohrmaschine für 20 Euro: Die „Geiz-ist-geil-Mentalität“ der Verbraucher birgt erhebliche Sicherheitsrisiken. Aus Asien stammen viele Billigprodukte. „Eine Vielzahl der dort hergestellten Waren entspricht aber nicht den europäischen Sicherheitsstandards. Wir beobachten mit großer Sorge den Trend, dass vor allem Online- Bestellungen aus dem asiatischen Raum häufig unseren Normen und Standards nicht genügen und damit zu Fehlfunktionen, Kurzschlüssen und Sicherheitsproblemen führen können“, schildert Ansgar Hinz. Bei Produkten, die kein Prüfsiegel wie das VDE-Dreieck vorweisen können, heißt es aufzupassen. Daran ändert bekanntlich auch die CE-Kennzeichnung nichts, mit welcher der Hersteller lediglich erklärt, dass sein Produkt den Anforderungen der europäischen Richtlinien entspreche.

 

Funkverbindungen und -prüfungen

Mehr als 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind heute für das VDE-Institut tätig. Die technische Entwicklung bringt es mit sich, dass sich die Experten des Instituts immer mehr mit der vernetzen Welt beschäftigen. Sie überprüfen Interoperabilität, elektromagnetische Verträglichkeit und funktionale Sicherheit von drahtlosen Kommunikationsverbindungen, Schnittstellen und Netzanbindungen. „Dieser Bereich wird in den kommenden Jahren exponentiell weiterwachsen“, sagt Hinz. In einem Smart-Home-Labor wird auch die Cyber-Sicherheit getestet, deren Bedeutung rasant wächst.

 

„Schwarze Liste“ des VDE-Instituts

Zum Schutz der Verbraucher arbeitet das VDE-Institut intensiv mit den europäischen Zollbehörden und mit Interpol zusammen. So kontrollieren die Zollbehörden bei der Wareneinfuhr in die Europäische Union bei jedem VDE-Prüfzeichen, ob dafür ein gültiges Zertifikat vorliegt. Binnen Minuten werden die Zertifikate online verifiziert, Plagiate schneller aufgespürt.

Wichtigstes Instrument für die Sensibilisierung und Aufklärung der Verbraucher ist die sogenannte „Schwarze Liste“ des VDE-Instituts. Hier werden entdeckte Plagiate und unsichere Produkte veröffentlicht. Zusammen mit der Online-Liste VDE-geprüfter Produkte ist dies eine der meistbesuchten Seiten des VDE.

 

Bild: VDE

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