Geschäftsführung
Allgemein
02.12.19
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Unser Weg in die Zukunft: DAS HABEN WIR DARAUS GELERNT

Alles begann im Jahr 1900 – mit einem ungeschriebenen Blatt Papier. Weiß, leer und offen für Neues und Spannendes. Das unbeschriebene Blatt ist das Synonym für die Zukunft – die absolute Freiheit des Denkens! 118 Jahre später hielten wir symbolisch erneut ein unbeschriebenes weißes Blatt in den Händen. Bereit abermals die Zukunft von Alexander Bürkle zu gestalten. Die Herausforderungen sind groß, so ist durch die Digitalisierung doch alles möglich. Und genau das macht es letztendlich auch so bedeutsam.

Im Zentrum der Transformation standen von Anfang an immer unsere Kunden.

  • Was sind ihre Bedürfnisse und Widerstände, mit denen sie tagtäglich konfrontiert werden?
  • Wo können wir sie unterstützen, damit sie noch erfolgreicher werden?
  • Wo liegen unsere Kernkompetenzen, mit denen wir unsere Kunden mit Wissen und Taten unterstützen können?
  • Wie sieht die Welt in zehn Jahren aus? Wer sind unsere Wettbewerber? Welche Schlüsse ziehen wir aus Szenarien und Marktumfeld?

Viele Fragen, auf die wir mit externer Unterstützung Antworten gesucht und gefunden haben. In zahlreichen Workshops mit Mitarbeitern aus den unterschiedlichsten Bereichen haben wir viele kleine Zettelchen mit Ideen beschriftet, priorisiert und geclustert. Vornweg bereits zwei Anregungen – aus unseren Erfahrungen heraus –welche den Prozess effektiv positiv beeinflussen.

Nachdem wir möglichst alle Faktoren der Entwicklung von Alexander Bürkle notiert und in ein Gesamtkonzept gegossen hatten, war es an der Zeit alle Mitarbeiter mit einzubinden.

Mitarbeitern die Scheu vor Neuem nehmen

Zu zweit – Mario Wolters, ehemaliger Leiter der Abteilung ELEX Digital Solutions und Andreas Ege, Geschäftsführender Gesellschafter – zogen wir los. Zwei Wochen haben wir uns Zeit genommen, alle damals 21 Niederlassungen besucht und über den Einzug der digitalen Welt bei Alexander Bürkle referiert. Unser größtes Anliegen war es, den Mitarbeitern ihre Ängste zu nehmen. Die Digitalisierung baut keine Arbeitsplätze ab, sondern unterstützt uns dabei, mühevolle Routinearbeiten zu automatisieren. Damit wir mehr Zeit gewinnen, um uns um die eigentlichen Bedürfnisse unserer Kunden zu kümmern

Was heißt eigentlich „digital“?

Ist die Digitalisierung im privaten Umfeld nicht schon seit vielen Jahren Teil unseres Alltags? Die Presse spricht oft von einem Jobkiller. Das macht den Menschen Angst. In unseren Vorträgen zeigten wir unseren Mitarbeitern an Hand von Beispielen auf, wo sie heute schon digitale Anwendungen zur Erleichterung des täglichen Lebens (auch) an ihrem Arbeitsplatz nutzen. [Und das sind eine Menge!]

Plätze für Begegnung und Kommunikation

Danach eröffneten wir in der Zentrale in Freiburg ein Containerdorf – drei Räume, in denen die Mitarbeiter gearbeitet, diskutiert, erörtert, geprüft, besprochen, verhandelt und beraten haben … aber vor allem über die Chancen, Sorgen, Nöte und Aussichten gemeinsam mit unseren Kunden nachgedacht, ausgetauscht und beratschlagt haben. Gleichzeitig waren die Container ein Ort der Begegnung, die die Kommunikation untereinander und abteilungsübergreifend fördern sollten. So fanden gemeinsame Mittagspausen, TV-Fußball-Abende oder After-Work-Partys statt.  Transformation braucht eine starke und offene Unternehmenskultur. Dafür muss man Zeit, Geduld und auch Geld investieren.

Handlungsfelder priorisieren

Ein interner Blog sorgte dafür, dass alle Mitarbeiter ihre Ideen, Gedanken und Verbesserungsvorschläge einstellen, liken und kommentieren konnten. Aus diesem Ideenpool wurden acht Ideen geclustert und an die Mitarbeiter zur freien Mitarbeit ausgegeben. Über alle Bereiche und Niederlassungen hinweg konnten die Mitarbeiter nun in Teamarbeit die Aufgaben lösen.

Wir haben acht Handlungsfelder für die Transformation erarbeitet:

  • Es braucht eine klare Identität.
  •  Die Marke muss entwickelt werden und stark sein.
  • Es braucht eine Unternehmens­kultur, die den Wandel schafft.
  • Die Unternehmensstruktur muss auf die neuen Bedürfnisse angepasst werden.
  • Es braucht die Vision eines neuen Geschäftsmodells.
  • Die Kommunikation ist ein Schlüssel zum Erfolg.
  • Die IT-Infrastruktur muss aktuell und modern sein.
  • Und es braucht ein CRM-System, wenn man den Kunden in den Fokus stellt.

An diesen acht Handlungsfeldern muss konsequent gearbeitet werden. Nur mit Mitarbeitern, die frei von „Tradition“ und „Vergangenheit“ sind, die Dinge neu denken und eine Umsetzung zulassen, können sich neue Geschäftsmodelle entwickeln. Alles ist erlaubt, vor allem das Scheitern! Nur aus Fehlern kann man lernen und das Scheitern gehört genauso dazu wie der Erfolg, der entsprechend gefeiert werden muss!

Wir befinden uns genau auf diesem Weg und die alte Denkweise holt uns immer wieder ein, die heute aber nicht mehr zielführend ist. Wir müssen dem Prozess Raum und Zeit geben, wenn wir erfolgreich sein wollen.

Ihr Andreas Ege

MEINE TIPPS

 

1. Laden Sie zu Workshops nicht nur ihre Führungskräfte ein. Ein Querschnitt der Organisation in den Prozess zu involvieren schafft mehr Akzeptanz unter den Mitarbeitern.

2. Ziehen Sie zu Gesprächen auch Kunden und Branchenfremde temporär hinzu. Wir glauben zwar unsere Kunden gut zu kennen, aber keiner kennt die Schwierigkeiten des Alltags besser als die Betroffenen selbst. Ein ausgewähltes Kundengremium hilft den richtigen Weg einzuschlagen.

3. Sprechen Sie immer von Entwicklung — nicht von Veränderung. Menschen mögen (meist) keine Ver­änderungen, sie wollen in ihren Routinen bleiben.  Der Begriff „Entwicklung“ ist für sie viel greifbarer. [Bsp. die Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen]

4. 70 % ihrer Zeit sollten Sie verwenden, um mit den Menschen — vor allem über ihre Ängste — zu sprechen. [Auch wir haben hier nicht alles richtig gemacht!]

5. Wertschätzen Sie vor allem das Bestehende, das Tradi­tionelle, mit dem Sie heute das Geld verdienen. Es ist wichtig, dass sie parallel unterwegs sind. Das Bestehende wertschätzen und das Neue mit Leidenschaft kommunizieren.

6. „Zwanglose“ Zusammenkünfte der Mitarbeiter sind immens wichtig, um die Kommunikation am Laufen zu halten. [Auch hier haben wir zu wenig getan!]

7. Der Weg ist das Ziel. Keiner weiß genau, was am Ende 
tatsächlich dabei entsteht. Ein von vornherein zu eng definiertes Ziel wird mit großer Wahrscheinlichkeit auf dem Weg neu überdacht werden müssen. Lassen Sie auch das zu!!
 

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