Ladestation für E-Autos
Allgemein
02.07.19
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Aktueller Stand des Ladestationen-Netzwerks in Deutschland

Was müssen Betreiber und Anbieter wissen?

Die Zukunft der Mobilität ist elektrisch. Das ist Fakt und kann so generalisierend ruhig gesagt werden. Fossile Energieträger sind endlich. Ab wann Erdöl- und Erdgasvorkommen nicht mehr wirtschaftlich gefördert und zu Benzin raffiniert werden können ist unklar. Vielleicht schon in 40 Jahren? Oder „erst“ in 150? Die Frage nach dem „wann“ ist dabei allerdings nicht entscheidend. Entscheidend ist das Wissen, dass die heutige Form der Mobilität ein Ablaufdatum besitzt. Die Transformation hin zur Elektromobilität hat daher schon längst begonnen. Die Bundesnetzagentur zählt deutschlandweit aktuell 8.736 Ladesäulen[1], sowohl Normalladepunkte als auch Schnellladepunkte. Dies sind etwa 15 % aller Ladepunkte in Deutschland. Die restlichen 85 % der deutschen Ladepunkte sind in privatem Besitz, etwa in Wohnkomplextiefgaragen oder Eigenheim-Car-Ports. Kurz: Das Ladestationennetz in ist größtenteils ein Privatnetz, öffentliche Zugänge sind rar. Noch dazu wächst das öffentliche Netz bei weitem nicht schnell genug, um die Transformation hin zur Elektromobilität zu incentivieren. Um Elektromobilität wirtschaftlich zu machen, müssen Autofahrer wissen, dass sie in den Städten, auf dem Land und an der Autobahn jederzeit ihre E-Autos schnell laden können. Ohne unternehmerischen Ausbau des Ladestationennetzes wird es in Zukunft nicht schnell genug vorangehen. Wie Sie als Elektro-Tankstellenbetreiber zum Ladepunktinfrastrukturausbau beitragen und was zukünftige Betreiber wissen sollten, hier für Sie zusammengefasst.

Henne und Ei: Ladesäulen aufstellen schwer gemacht?

Wie schnell die E-Mobility-Transformation vollzogen werden kann, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell ein lückenloses Ladestationennetz aufgebaut werden kann. Das Problem bei dem Aufbau? Öffentlich zugängliche Ladesäulen sind in ihrer Anschaffung sehr kostenintensiv. Für Schnellladepunkte, wie sie an Autobahnen eingesetzt werden müssen, entstehen nach heutigem Technologiestand einmalige Investitionskosten von etwa 30.000 Euro. Die jährlichen Betriebs- und Wartungskosten belaufen sich auf etwa 1.500 Euro. Nur, zurzeit fahren noch zu wenige Elektroautos auf deutschen Autobahnen, damit sich der großflächige Ausbau für Elektro-Tankstellenbetreiber rentieren würde. Und da das Ladestationennetz noch ein Flickenteppich ist, steigen weniger Fahrer auf Elektroautos um. Sie sehen: Der Ladesäulenausbau ist schwierig und verläuft schleppend, da die Fahrer auf eine Infrastruktur warten, die auf ihre Nutzer wartet.

Wie wird für die getankte Ladung gezahlt?

Obwohl der Infrastrukturausbau des Ladestationennetzes in Deutschland wie beschrieben gehemmt verläuft, dürfen Sie sich nicht täuschen lassen: Die Nachfrage nach einem lückenlosen Netz ist groß und der tatsächliche Bedarf wächst. Für das Jahr 2020 hat die „Nationale Plattform für Elektromobilität“ einen Ladepunktbedarf von 70.000 öffentlichen Ladesäulen errechnet, davon etwa 7.000 Schnellladepunkte. Die Zahl aller jetzt aktiven Ladestationen in Deutschland wird auf etwa 15.000 geschätzt. An all diesen existierenden und zukünftigen Ladesäulen müssen E-Fahrer einfach und bequem für ihre Ladung zahlen können. Bis vor wenigen Jahren noch war das Bezahlen für E-Fahrer an Ladesäulen enorm umständlich. Denn hunderte unterschiedliche Betreiber hatten ebenso viele Zahlsysteme. Fehlende Interoperabilität sorgte für Kopfzerbrechen bei Fahrern und schreckte elektrointeressierte Umsteigewillige ab. Unterschiedliche Ladekarten, Ladechips und Verifizierungsmaßnahmen an den Stationen machten es nötig, dass Elektroautofahrer mitunter Dutzende verschiedene Karten, Chips und RFIDs mit sich führen mussten. Mittlerweile gibt es allerdings Dienstleister, die der fehlenden Interoperabilität entgegenwirken, indem sie Bezahlsysteme vereinheitlichen. Unternehmen wie Hubject beispielsweise führen viele verschiedene Ladestationenanbieter und -betreiber auf einer Plattform zusammen und ermöglichen Elektroautofahrern die Zahlung per Kreditkarte oder PayPal an jeder teilnehmenden Station mit nur einem einzigen Zugangsmedium. Die Preisgestaltung obliegt dabei aber nach wie vor dem Betreiber der Station.  

Wer kann welche Ladesäulen nutzen?

Bei allen Anschaffungs- und Investitionsschwierigkeiten: Als Elektro-Tankstellenbetreiber oder Anbieter öffentlich zugänglicher Ladepunkte müssen Sie sich zum Glück keine Sorgen mehr um die Ladesäulenkompatibilität machen. Seit 2016 nämlich wurde europaweit per Gesetzesinitiative die Einführung eines vereinheitlichenden Ladesäulenstandards festgelegt. Alle Ladepunkte müssen laut Gesetz mit dem Combined Charging System (CCS) ausgerüstet sein. Egal welches E-Auto vorfährt, als Betreiber oder Anbieter einer Ladesäule können Sie sicher sein, dass jede Marke, jedes Modell und jedes Batteriesystem an Ihren Säulen Ladung tanken kann.

 

Quelle: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Sachgebiete/ElektrizitaetundGas/Unternehmen_Institutionen/HandelundVertrieb/Ladesaeulenkarte/Karte/Ladesaeulenkarte-node.html
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