Lebensräume: Stand auf der IFA 2018
smart buildings
12.11.18
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Lebensräume – das Smart Home zum Anfassen

Alle reden vom Smart Home. Immer mehr Menschen möchten eines. Aber was kann es wirklich? Wie macht man sein Haus oder seine Wohnung richtig smart? Und wie ist das mit den Standards? Fragen über Fragen.

Antworten bietet Lebensräume. Lebensräume ist ein Marketingkonzept mit Showrooms, um das Smart Home anschaulich und in Funktion zu zeigen. Dazu gehört ein Online-Konfigurator, mit dem interessierte Endkunden ihr Smart Home planen können und einen kompetenten Elektrofachbetrieb für die Umsetzung finden. Aktuell sorgt das Konzept in der Elektrobranche für Aufsehen, es wird als revolutionär bewertet.

Dass hier eine Tür in die Zukunft aufgestoßen wird, zeigte der erste Messeauftritt von Lebensräume auf der IFA 2018: Auf Anhieb wurde der Stand von Besuchern belagert. Über Konzept, Technik und Partner sprach unsere Redaktion mit Rolf Schöniger, Ralf Glink und Harald Schultz.

 

LEBENSRÄUME – DAS KONZEPT

Redaktion: Herr Schöniger, Sie sind Teamleiter von Lebensräume bei Alexander Bürkle und für die Koordination des Konzeptes verantwortlich. Was sollen die Lebensräume leisten?

Rolf Schöniger: Lebensräume zeigt, wie man ein Haus oder eine Wohnung sinnvoll smart macht. Ein konkreter Lebensraum – also ein Showroom – zeigt die vier Bereiche Komfort, Sicherheit, Energie und Entertainment im vernetzten Zusammenspiel. Die Besucher können also alle Funktionen ausprobieren und buchstäblich begreifen.

Redaktion: Alexander Bürkle hat Lebensräume entwickelt. Zusammengerechnet bieten Sie mit den Showrooms in Ihren Filialen und bei Ihren Kunden bereits zwei Dutzend dieser Lebensräume. Warum teilen Sie das Konzept nun mit anderen Elektrogroßhändlern? Wäre das nicht ein Alleinstellungsmerkmal?

Rolf Schöniger: Ja, das wäre ein Alleinstellungsmerkmal. Aber in Gesprächen mit guten Partnern haben wir gespürt, dass wir unsere Idee teilen sollten. Lebensräume ist eine Antwort auf viele Fragen. Stichwort demographische Entwicklung. Ein Smart Home ist ja nicht nur komfortabel und effizient, sondern trägt dazu bei, dass ältere Menschen länger in ihren eigenen vier Wänden leben können. Auch aus diesem Grund können nun unsere Kollegen vom Hamburger Großhandel Adalbert Zajadacz und von Martin Hartl aus Bayern und ihre Kunden das Konzept nutzen. Neu dabei ist nun auch Hardy Schmitz aus Rheine. Somit können sich Endkunden aus vielen Bundesländern in Lebensräume-Showrooms über das Smart Home informieren.

Redaktion: Ihre Kunden aus den Elektrohandwerken sind enge Partner in dem Konzept. Welche Rolle spielt das Handwerk in digitalen Zeiten?

Rolf Schöniger: Unsere Handwerkspartner spielen die entscheidende Rolle. Erstens installieren wir nicht und wir verkaufen unsere Produkte nicht an Endkunden. Zweitens haben die Elektrohandwerke den direkten Kontakt zu ihren Kunden, sind die Vermarkter und Fachberater. Drittens stehen wir für Sicherheit in jeder Hinsicht. Ein Smart Home vom Elektrohandwerk ist elektro- und datentechnisch sicher.

Redaktion: Auf der IFA war auch das ‚House of Smart Living’ zu sehen, das elektrotechnische Musterhaus vom Zentralverband der Elektrohandwerke. Ist das nicht das gleiche?

Rolf Schöniger: Ja, das sieht ähnlich aus, aber die Konzepte sind unterschiedlich. Das »House of Smart Living« sehe ich als inspirierende Leistungsschau dessen, was technisch möglich ist. Unsere Lebensräume brechen das auf den täglichen Bedarf der Anwender herunter und tragen die Information geografisch in die Breite, zu den Interessenten.

LEBENSRÄUME – DIE TECHNIK

Redaktion: Herr Glink, Sie sind bei Lebensräume für das Gesamtkonzept und die Technik verantwortlich. Zum ersten Mal haben Sie auf der IFA ausgestellt. Wie bewerten Sie die Premiere?

Ralf Glink: Das war eine Punktlandung, unser Stand wurde sehr gut besucht. Der quantitativ größte Erfolg war der Besuch des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs-
und Immobilienunternehmen mit rund 30 Personen, die sich für Lösungen im Wohnungsbau und Bestand interessierten. Viele alte Häuser und Wohnungen können mehr Intelligenz gut gebrauchen und stellen einen wichtigen Markt dar. Neue Immobilien sollten Smart Home Ready sein – hier braucht es Konzepte! Außerdem wurden wir toll unterstützt vom Verein der KNX Professionals Deutschland.

Redaktion: Mit den KNX Professionals kommt das Thema Standard ins Spiel. Die Tagespresse beklagt oft, es gebe keinen. Wie ist es denn nun wirklich?

Ralf Glink: Aber natürlich gibt es Standards. Bei Lebensräume setzen wir auf den internationalen KNX-Standard. Über 400 Hersteller weltweit produzieren KNX-Geräte, die sich alle miteinander verstehen. Im Sanierungsbereich setzen wir auf  digitalSTROM. Das ist kein Standard, aber bewährte Powerline-Technik, die wir gerne empfehlen. Außerdem gibt es noch sehr gute Funksysteme, die sich auch hervorragend für die Renovierung eignen. Für uns wichtig: Alle von uns empfohlene Systeme sind interoperabel.

Redaktion: Und damit lassen sich Strom, Wasser, Heizung oder auch Erneuerbare Energien im Smart Home einbinden?

Ralf Glink: Das ist problemlos möglich. Wenn man auf KNX setzt, lassen sich andere Systeme über so genannte Gateways anbinden. Professionelle Systeme bieten das, was man Interoperabilität nennt. Auf Deutsch: Es funktioniert zusammen. Wir reden hier allerdings über sichere und geprüfte Technik, die vom Elektrohandwerk installiert wird. Die wachsende Zahl an Billiglösungen im Do-It-Yourself-Markt ist für Profis uninteressant.

Redaktion: Auf der IFA wurde die Sprachsteuerung als Megatrend dargestellt. Wie sehen Sie die Entwicklung?

Ralf Glink: Die Sprachsteuerung wird immer beliebter und bietet viel Komfort. Steuerungen wie Alexa, Siri und Google Home werden in unseren Lebensräumen bereits in Funktion gezeigt.

Redaktion: Welchen Systemen oder Standards gehört die Zukunft?

Ralf Glink: Ich halte KNX für den Standard der Zukunft. Abgesehen davon haben alle professionellen Systeme ihre Berechtigung und ihren Anwendungsbereich. Grundsätzlich gibt es drei Typen: kabelgebundene Systeme, in denen die Steuerung über eine Busleitung erfolgt, dann die Powerline-Systeme, in denen die Steuersignale über die Stromleitung übertragen werden – und drittens die Funksysteme.

 

LEBENSRÄUME – DIE PARTNER

Redaktion: Herr Schultz, Sie koordinieren Lebensräume bei Adalbert Zajadacz in Hamburg. Sehen die Showrooms bei Ihnen und Ihren Kunden genauso aus wie in Baden-Württemberg oder Hessen und bieten sie dieselbe Technik?

Harald Schultz: Da wir einheitliches Design wichtig finden, sieht es prinzipiell überall gleich aus. Wir unterstützen unsere Handwerkspartner, das in ihrem Showroom umzusetzen. Bei Bedarf sind wir aber auch flexibel. Aber überall sollen vier Themenbereiche gezeigt werden: Komfort, Sicherheit, Energie und Entertainment.

Redaktion: Müssen Ihre Handwerkspartner überall die Produkte derselben Hersteller einsetzen?

Harald Schultz: Jeder Elektroprofi hat Vorlieben, was die Hersteller betrifft. Deshalb kooperieren wir mit fast einhundert namhaften Anbietern. In diesem weit gesteckten Rahmen kann jeder Fachbetrieb wählen, mit welchen Produkten er seinen Showroom ausstattet.

Redaktion: Welche Voraussetzungen muss ein Elektrohandwerker mitbringen, um Partner der Lebensräume zu werden?

Harald Schultz: Ein Partner muss Kunde bei uns sein und die nötige technische Kompetenz mitbringen. Und er muss Lust haben, im Marketing aktiv zu sein und sozusagen zum Smart Worker werden. Als technische Voraussetzung kommt dazu, dass alle Partner das Planungstool ‚terminal’ einsetzen müssen.

Redaktion: Warum ist terminal eine Voraussetzung?

Harald Schultz: Auf gibt es einen Konfigurator. Damit können sich Endkunden einfach und intuitiv ihr Smart Home zusammenstellen. Diese Konfiguration können sie an einen Lebensräume-Partner in ihrer Nähe senden. Damit dieser nahtlos diese Daten übernehmen und bearbeiten kann, braucht er terminal.

Redaktion: Gut, terminal ist preiswert. Aber nicht jeder Elektrohandwerker kann eine Ausstellung einrichten. Was ist dann?

Harald Schultz: Wir bieten ein abgestuftes Konzept. Den Einstieg bietet die ‚Live-Partnerschaft’. Live-Partner können die Showrooms in unseren Filialen nutzen, um ihre Kunden zu beraten. Dann kommen die Pro-Partner. Diese müssen in einem der vier Lebensräume-Bereiche – Komfort, Sicherheit, Energie oder Entertainment – spezialisiert sein. Die oberste Stufe bilden die Excellenz-Partner mit einem eigenen Showroom einem Lebensraum. So können sich alle in diesem Konzept wiederfinden und auch damit wachsen.

Redaktion: Wie wird das Konzept Lebensräume bei Ihren Handwerkspartnern umgesetzt?

Harald Schultz: Wir sehen reine Begeisterung. Unsere noch überschaubare Gruppe an Excellenz-Partnern hat bereits eine siebenstellige Summe in ihre Ausstellungen investiert.

Redaktion: Wie bewerten Sie die Zukunft des Smart Homes?

Harald Schultz: Es steht noch am Anfang, wird aber Schritt für Schritt zum Standard werden. Auch die zukünftige Vernetzung aller Stromanwendungen inklusive der Elektromobilität wird dafür sorgen. Das alles wird von den Fachleuten der Elektrohandwerke geplant und installiert werden. Smart Home passt in unsere Zeit, so wie Lebensräume.