Die Freiburger Firma Alexander Bürkle feiert den 111. Geburtstag. 111 Jahre lang im Wettbewerb zu bestehen, Arbeitsplätze für Generationen zu schaffen, das ist eine hervorragende Leistung, die es zu feiern gilt. Bürkle feiert dieses Jubiläum bis Ende Februar 2012 und zwar mit der Ausstellung „Im Strom der Zeit – 111 Jahre Alexander Bürkle/111 Jahre Elektrotechnik“.
Dies ist in der privaten Leidenschaft von Paul Ege begründet, der nicht nur den Marktführer des Elektrogroßhandels im Südwesten formte, sondern gleichzeitig und ebenso engagiert seiner Liebe zur Kunst folgte. Jeder Flur und jedes Büro wurde zur Ausstellung, bis Ege schließlich – und zur Erleichterung vieler – 1994 auf dem Firmengelände einige Räume ganz für die Kunst und ihre Präsentation einrichtete. Sie wurden »Kunstraum« getauft. Neben dem sozialen Engagement gehören Kunst, Kultur und ihre Förderung zum »Markenkern« des Unternehmens. Die vor einem Jahr gegründete »Ege Kunst- und Kulturstiftung« unterstützt diese Arbeit und sichert ihre Zukunft.
Bei der Jubiläumsausstellung sind auf 900 Quadratmetern Ausstellungsfläche historische Schätze der Elektrotechnik zu entdecken: Elektrogeräte, Lampen und Leuchten, früheste „Unterhaltungselektronik“, Meßgeräte, Schalter, Telefone und Bürokommunikation. Das Ganze wird umrahmt von historischen Werbeplakaten und -filmen sowie bisher unveröffentlichten Filmen aus dem Firmenarchiv. Die Konzeption ist reizvoll und schlüssig, weil Technik- und
Unternehmensgeschichte synchron verlaufen. Alexander Bürkle gründete sein Unternehmen kurz bevor die ersten Kraftwerke auch Freiburg elektrifizierten. Liebevoll und mit Sinn fürs Detail wurden die Exponate inszeniert. Acht Räume sind dem Rückblick in vier Zeitphasen von 1900-2011 gewidmet, der neunte wirft einen Blick in die Zukunft: Eine Licht- und Filminstallation des Berliner Szenographen Detlef Weitz verdient hier besondere Aufmerksamkeit.
Die Räume 1-3 stehen unter dem Titel „Aufbruch und erste Blütezeit“, sie umfassen den Zeitraum von 1900-1945. Alexander Bürkle, der 1900 in Freiburg zunächst eine Handelsvertretung für Hütten-und Walzprodukte gegründet hatte, erkannte die Chance, die in der aufkommenden Elektrifizierung lag und baute sie zur Elektrogroßhandlung aus, die bereits 1939 die größte in Südbaden sein sollte. Das Sortiment umfaßte neben Stromkabeln und Elektroinstallationstechnik schnell auch Leuchten, Radioapparate, wie die sogenannten „Volksempfänger“ sowie strombetriebene Haushaltsgeräte, wie z.B. erste Kühlschränke und Elektroherde. Um Neuanfang und Entwicklung des Unternehmens in der Wirtschaftswunderzeit von 1945-1965 geht es in den Räumen 4-6. Nach dem Krieg stand die Firma vor dem Nichts. Mit der Währungsreform 1948 kam der Umschwung und Alexander Bürkle konnte sehr vom einsetzenden Wirtschaftswunder profitieren. Neben dem dadurch steigenden Bedarf an Haushaltgeräten und Leuchten und Geräten der Unterhaltungselektronik (z.B. durch den endgültigen Durchbruch des Schwarz-Weiß-Fernsehers Ende der 1950er Jahre) führte vor allem die mit dem Wiederaufbau der Städte verbundene rege Bautätigkeit beim Handel mit Elektroinstallation zu einem enormen Aufschwung. Die Phase 1965-2011 dokumentiert die Entstehung Neuer Märkte und Technologien, Alexander Bürkle expandierte und ist heute an 18 Standorten zu finden. In dieser Zeit neu aufkommende Themen wie Energieeffizienz, aber auch komplexere Daten- und Netzwerktechniken führten nicht nur zu technischen Weiterentwicklungen bei den Herstellern, sondern auch dazu, dass sich das familiengeführte Unternehmen Alexander Bürkle vom Elektrogroßhändler zu einem Technologiedienstleister wandelte, zu sehen in Raum 7 und 8.
Willkommen in der Zukunft! heißt es in Raum 9. Der Rückblick auf 111 Jahre Alexander Bürkle und 111 Jahre Elektrotechnik macht deutlich, wie dynamisch und schnell die Welt geworden ist, in der wir leben: Wie aber könnte die Welt in vielen Jahren aussehen? Wie werden die Städte der Zukunft aussehen? Wie werden wir uns fortbewegen? Wie wird unser Alltagsleben, wie die Arbeitswelt aussehen? Welche Techniken von heute werden wir noch nutzen und welche neuen Technologien gibt es und welche Medien werden wir nutzen?
Günter Lorenz
Quelle: FIPPS
Kunstraum Alexander Bürkle
Montag - Freitag 9:00 - 17:00 Uhr
Samstag, Sonntags, Feiertag 11:00 - 17:00 Uhr
www.alexander-buerkle.de/111
Tel. +49 (0)761 5106 353